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am:16. August 2010 , 20:20

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"Geheime" Übung in der Volksschule Pöttmes PDF Drucken
Geschrieben von Johann Schruff   
Freitag, 25. Juni 2010

Um es vorweg zu schicken. Für einen Außenstehenden mag eine solche Übung durchaus ihre lustigen Aspekte haben. Die Freiwillige Feuerwehr Pöttmes, die Schulleitung aber auch der Elternbeirat sehen das ganz anders. In der Abschlussbesprechung, einberufen von Schulleiterin Brigitte Beck und Kommandant Klaus Hartwig wurde der Ablauf der Übung kurz rekapituliert und deutlich auf die weiterhin vorhandenen Schwachpunkte hingewiesen, die nur mit Hilfe solcher Übungen aufgedeckt werden können.

Es handelte sich hierbei um eine nicht angesagte Übung der Feuerwehr Pöttmes. Weder die Lehrerschaft, mit Ausnahmen von Frau Beck und der Hausmeisterin Frau Lisek noch die Mitglieder der Feuerwehr waren vorher in Details eingeweiht worden. Die Feuerwehrleute wussten allerdings, dass für diesen Vormittag eine Übung anstand und einige hatten sich dafür sogar einen Tag Urlaub genommen, wie Kommandant K. Hartwig hervorhob.

Simuliert wurde ein Zimmerbrand, die Evakuierung aller Schüler und der Lehrerschaft und die Rettung von zwei Eingeschlossenen unter zur Hilfenahme von Fluchthauben mit Filtern. 

Um die Übung möglichst wirklichkeitsnah zu gestalten, war in einem der Nebenräume im 1. Stock eine Raucherzeuger installiert worden, der von Kommandant K. Hartwig zur vorgegebnen Zeit aktiviert wurde. Wenig später wurde Frau Geier, die in einer Klasse auf den gleichen Gang unterrichtete, über Lautsprecher ins Sekretariat gerufen. Auf dem Rückweg zur ihrer Klasse kam ihr die Rauchwand bereits entgegen. Der weitere Ablauf lief gemäß den bisherigen Übungen. Frau Geier betätigte den Feuermelder, löst damit für alle den Alarm aus und führte ihre Schulkinder auf die Wiesen neben dem Pausenhof. Fast zeitgleich rückt die Feuerwehr mit drei Wagen an. Die Schlauchleitungen wurden gelegt und Einsatzleiter Richard Hammerl schickte seine Leute mit Atemschutzausrüstung in das Gebäude, um Personen ggf. unter Einsatz von Fluchthauben mit Filtern gegen das gefährlichen Kohlen-monoxid zu bergen. Als Bergungsopfer fungierten Urte Fleissig und Florian Hausner, die beide vorher über ihren besonderen Einsatz informiert worden waren.

Für die Schulkinder war das alles natürlich ein Riesenspaß, wobei hervorzuheben wäre, dass die Evakuierung aller Altersgruppen sehr diszipliniert ablief. Weiterhin wurde der Pausenhof vorschriftsmäßig freigehalten, um den Mitgliedern der Feuerwehr den Weg freizuhalten und falls erforderlich den Einsatz einer Drehleiter zu ermöglichen.

Beim Abschlussgespräch kam man allerdings auch auf die noch vorhandenen Mängel zu sprechen. So berichtete Einsatzleiter Richard Hammerl, dass ihm bei seiner Ankunft niemand Auskunft geben konnte, wo der Brandherd zu vermuten ist. Weiterhin wurde festgestellt, dass die Türen auf den Gängen während des Unterrichts zwar vorschriftsmäßig verschlossen waren, aber bei der Evakuierung von den Kindern offen gelassen wurden. Darüber hinaus gibt es noch keine Vorschrift, wie die Entwarnung durchzugeben ist.

In Zusammenarbeit von Schulleitung und der Feuerwehr Pöttmes wird die Tage noch ein Abschlussbericht für Gemeindeverwaltung erarbeitet, die bei dieser Übung durch Herrn Peter Fesenmaier vom Bauhof vertreten war. Es ist nicht ausgeschlossen, dass darin empfohlen wird, die Gangtüren mit Rauchmeldern nachzurüsten, die diese dann im Ernstfall schließen. Diese wäre ein recht kostspielige Investition.

Auch bei den Schulkindern besteht noch Unterweisungsbedarf. So war der Rauch zuerst von einer Schülerin der Klasse 4 entdeckt worden, die zur gegenüber liegenden Toilette gehen wollte. Als sie den Qualm entdeckte, ging sie wieder in die Klasse zurück und meinte nur draußen ist Rauch. Ihre Lehrerin, Frau Geier konnte sie nicht informieren, denn diese war vorher ins Sekretariat gerufen worden. In Anbetracht dessen, dass fast alle Schulkinder bereits über Funktelefone verfügen, sollte man festlegen, was in solchen und ähnliche Situationen zu tun ist.

 

Bilder und Text: Johann Schruff (Aichacher Zeitung )

 


Den entsprechenden Bericht der AICHACHER NACHRICHTEN finde Sie hier

 

 
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