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Um es vorweg zu schicken. Für
einen Außenstehenden mag eine solche Übung durchaus ihre lustigen Aspekte
haben. Die Freiwillige Feuerwehr Pöttmes, die Schulleitung aber auch der
Elternbeirat sehen das ganz anders. In der Abschlussbesprechung, einberufen von
Schulleiterin Brigitte Beck und Kommandant Klaus Hartwig
wurde der Ablauf der Übung kurz rekapituliert und deutlich auf die weiterhin
vorhandenen Schwachpunkte hingewiesen, die nur mit Hilfe solcher Übungen
aufgedeckt werden können.
Es handelte sich hierbei um eine
nicht angesagte Übung der Feuerwehr Pöttmes. Weder die Lehrerschaft, mit
Ausnahmen von Frau Beck und der Hausmeisterin Frau Lisek noch die Mitglieder
der Feuerwehr waren vorher in Details eingeweiht worden. Die Feuerwehrleute
wussten allerdings, dass für diesen Vormittag eine Übung anstand und einige
hatten sich dafür sogar einen Tag Urlaub genommen, wie Kommandant K. Hartwig
hervorhob.
Simuliert wurde ein Zimmerbrand,
die Evakuierung aller Schüler und der Lehrerschaft und die Rettung von zwei
Eingeschlossenen unter zur Hilfenahme von Fluchthauben mit Filtern.
Um die Übung möglichst
wirklichkeitsnah zu gestalten, war in einem der Nebenräume im 1. Stock eine
Raucherzeuger installiert worden, der von Kommandant K. Hartwig zur vorgegebnen
Zeit aktiviert wurde. Wenig später wurde Frau Geier, die in einer Klasse auf
den gleichen Gang unterrichtete, über Lautsprecher ins Sekretariat gerufen. Auf
dem Rückweg zur ihrer Klasse kam ihr die Rauchwand bereits entgegen. Der
weitere Ablauf lief gemäß den bisherigen Übungen. Frau Geier betätigte den
Feuermelder, löst damit für alle den Alarm aus und führte ihre Schulkinder auf
die Wiesen neben dem Pausenhof. Fast zeitgleich rückt die Feuerwehr mit drei
Wagen an. Die Schlauchleitungen wurden gelegt und Einsatzleiter Richard Hammerl
schickte seine Leute mit Atemschutzausrüstung in das Gebäude, um Personen ggf.
unter Einsatz von Fluchthauben mit Filtern gegen das gefährlichen
Kohlen-monoxid zu bergen. Als Bergungsopfer fungierten Urte Fleissig und Florian
Hausner, die beide vorher über ihren besonderen Einsatz informiert worden
waren.
Für die Schulkinder war das alles
natürlich ein Riesenspaß, wobei hervorzuheben wäre, dass die Evakuierung aller
Altersgruppen sehr diszipliniert ablief. Weiterhin wurde der Pausenhof
vorschriftsmäßig freigehalten, um den Mitgliedern der Feuerwehr den Weg
freizuhalten und falls erforderlich den Einsatz einer Drehleiter zu
ermöglichen.
Beim Abschlussgespräch kam man
allerdings auch auf die noch vorhandenen Mängel zu sprechen. So berichtete
Einsatzleiter Richard Hammerl, dass ihm bei seiner Ankunft niemand Auskunft
geben konnte, wo der Brandherd zu vermuten ist. Weiterhin wurde festgestellt,
dass die Türen auf den Gängen während des Unterrichts zwar vorschriftsmäßig
verschlossen waren, aber bei der Evakuierung von den Kindern offen gelassen
wurden. Darüber hinaus gibt es noch keine Vorschrift, wie die Entwarnung
durchzugeben ist.
In Zusammenarbeit von
Schulleitung und der Feuerwehr Pöttmes wird die Tage noch ein Abschlussbericht
für Gemeindeverwaltung erarbeitet, die bei dieser Übung durch Herrn Peter
Fesenmaier vom Bauhof vertreten war. Es ist nicht ausgeschlossen, dass darin
empfohlen wird, die Gangtüren mit Rauchmeldern nachzurüsten, die diese dann im
Ernstfall schließen. Diese wäre ein recht kostspielige
Investition.
Auch bei den Schulkindern besteht
noch Unterweisungsbedarf. So war der Rauch zuerst von einer Schülerin der
Klasse 4 entdeckt worden, die zur gegenüber liegenden Toilette gehen wollte.
Als sie den Qualm entdeckte, ging sie wieder in die Klasse zurück und meinte
nur draußen ist Rauch. Ihre Lehrerin, Frau Geier konnte sie nicht informieren,
denn diese war vorher ins Sekretariat gerufen worden. In Anbetracht dessen,
dass fast alle Schulkinder bereits über Funktelefone verfügen, sollte man
festlegen, was in solchen und ähnliche Situationen zu tun ist.
Bilder und Text: Johann Schruff (Aichacher Zeitung )
Den entsprechenden Bericht der AICHACHER NACHRICHTEN finde Sie hier
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